Treibball – der ultimative Hundesport für Körper und Geist!

Treibball ist mehr als nur das Werfen und Apportieren eines Balls. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine Ergänzung zu existierenden Hundesportarten, die den Vierbeiner körperlich und auch geistlich fördert. Im deutschsprachigen Raum ist Treibball aber noch weitgehend unbekannt. In diesem Beitrag erfährst Du, wodurch sich diese Disziplin auszeichnet und ob sie für Dich und Deinen Vierbeiner die richtige Wahl ist.

Treibball als sinnvolle Beschäftigung

Bei dieser Disziplin werden Gymnastikbälle auf dem Spielfeld in einer beliebigen Anordnung platziert. Danach müssen sie unter Zusammenarbeit von Hund und Tier durch ein Tor manövriert werden. Es wird damit das Treiben der Schafe auf einer Wiese simuliert. Das Ziel besteht darin, dass Du die richtigen Befehle gibst, während der Hund Deinen Anweisungen folgt. Dabei kannst Du Dich Deiner Stimme sowie Handzeichen bedienen. Wichtig ist, dass Du aus der Distanz agierst. Du darfst Deinen Vierbeiner also nicht durch das Anfassen der Bälle unterstützen. Dein bester Freund lernt bei diesem Spiel, sich auf Dich zu konzentrieren und Deinen Anweisungen zu folgen. Dadurch trainiert Treibball nicht nur eure Zusammenarbeit, sondern die Disziplin stärkt zusätzlich das Vertrauen Deiner Fellnase in Dich. Entwickelt wurde diese Sportart übrigens von Jan Nijboer.
 
Eine andere sinnvolle Auslastung für Körper und Geist beim Hund ist übrigens Agility. Erfahre bei uns mehr darüber.

Für wen ist Treibball geeignet?

Willst Du Deinen Hund körperlich ung geistig auslasten? Dann ist die Sportart genau das Richtige für Dich und Deinen besten Freund. Wie bei jeder neuen Disziplin ist es hier wichtig, dass Du es langsam angehst und Deinen Vierbeiner nicht überforderst. Treibball ist für Hunde unterschiedlicher Rassen geeignet. Auch in Bezug auf das Lebensalter gibt es fast keine Einschränkungen. Die meisten Vierbeiner können sich bereits an der zwölften Lebenswoche im Zusammentreiben der Bälle versuchen. Selbst dann, wenn Dein bester Freund eine körperliche Behinderung aufweist, ist die Teilnahme an der Disziplin möglich. Denn die Aufgaben lassen sich an den Vierbeiner und seine Bedürfnisse anpassen. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die Hindernisse als auch in Bezug auf das Tempo.
 
BorderCollie beim Treibball
Besonders gut eignen sich für Treibball allerdings definitiv Hütehunde wie dieser Border Collie.
Bildnachweis: Depositphotos.com Young border collie dog @ Ksuksann
 

Viele kleine Übungen beim Treibball erfordern Geduld

Treibball besteht aus mehreren kleinen Übungseinheiten. Sie lassen sich kombinieren, was die Sportart so vielseitig macht. Allerdings solltest Du Dich nicht auf eigene Faust an die Disziplin heranwagen. Es ist sehr wichtig, dass Dich ein erfahrener Trainer in die Sportart einführt. Auf diese Weise vermeidest Du Fehler, die Dich oder Deinen Vierbeiner frustrieren. Es ist außerdem zu bedenken, dass einige Fellnasen zu Beginn Angst vor den großen Bällen haben können. Manche Hund reagieren wiederum aggressiv und zerbeißen die Trainingsgeräte aus Frust. Diesem Szenario wirkst Du mit einer gründlichen Einschulung entgegen. Mittlerweile bieten auch im deutschsprachigen Raum etliche Hundeschulen Treibball an. Frage einfach in einer Einrichtung in Deiner Nähe nach, ob Du eine Einführung in die Disziplin erhältst.

Diese Ausstattung wird beim Treibball benötigt

Damit Du Treibball korrekt ausführen kannst, brauchst Du die vollständige Ausstattung. Hier erhältst Du einen Überblick über den essenziellen Zubehör.

Leine oder Target

Ein wichtiges Hilfsmittel ist unter anderem die Leine oder ein Target. Es dient als fixer Ausgangspunkt auf dem Spielfeld. Die Leine hat dabei die Stellung des Ausgangs- und Mittelpunkts. Von ihm aus kannst Du Deinen Vierbeiner in alle Himmelsrichtungen – also Nord, Ost, West, Süd oder drei, neun, sechs oder zwölf Uhr – schicken. Des Weiteren erleichterst Du Deinem Vierbeiner auf diese Weise den Outrun. Hierbei platziert er sich hinter den Bällen, aber gegenüber von Dir. Die Leine hat gegenüber dem Target einige Vorteile. So hast Du sie beim Spaziergang mit Deinem Hund immer dabei und kannst Treibball damit jederzeit üben.
 

Zwei Gymnastikbälle

Zur Ausstattung gehören zu Beginn zwei Gymnastikbälle – ideal ist eine Größe zwischen 45 und 85 Zentimetern. Geht es ums Richtungsweisen, sollten die Maße zwischen 55 und 65 Zentimetern liegen. Mittlerweile bieten Dir Fachhändler eine Vielzahl an Bällen unterschiedlicher Qualität an. Für Treibball sind Produkte aus Hartplastik, das Running Egg oder der „Schweineball“ ungeeignet. Denn Produkte aus diesem Material sind sehr hart und schwer zu fassen. Für den Hund ist das Anstupsen mit der Nase obendrein mit Schmerzen verbunden. Dadurch ist der Vierbeiner schnell frustriert, sodass er bald seine Freude am Spiel verliert.
 
Stellen die Bälle selbst eine zu große Herausforderung dar, wird er Dich außerdem nicht mehr beachten, da er fortan mit sich selbst beschäftigt ist. Ist der Ball zu hart, kann es zusätzlich zu einem Abrieb der Zähne kommen. Schweinebälle sind deshalb nicht geeignet, da sie den Tötungstrieb des Hundes forcieren. Du musst Dich dann also mit zerbissenen Gegenständen und einem durch den Adrenalinschub unkontrollierbaren Vierbeiner herumschlagen.
 
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Sicheres Terrain samt Absperrung

Es ist wichtig, dass Treibball auf einem sicheren Terrain gespielt wird. Begebe Dich dafür am besten auf eine gemähte Wiese, die durch einen Zaun begrenzt ist. Ist das Feld abgesperrt, können sich die Hunde besser konzentrieren. Zudem ist hiermit für eine Abschirmung äußerlichen Reize gesorgt. Geeignet sind als Absperrung unter anderem Weidezaunstäbe. Sie sind im Agrarhandel erhältlich. Verbinden lassen sich diese unter anderem mit Balkonbespannungen, wobei Du das Gatter durch ein Tor simulierst, das Du ebenfalls mithilfe der erworbenen Hilfsmittel absteckst.

Belohnungen

Keinesfalls vergessen darfst Du auf Belohnungen. Greife hierfür zu Leckereien, die Dein Vierbeiner besonders gern hat. Du kannst Dir außerdem einen Futterbeutel zulegen. Er ist zum Werfen gedacht und dient nach einer erfolgreichen Übung als Beuteersatz. Während dem Spiel bestätigst Du den Vierbeiner verbal.
 
Gute Belohnungen, die Dein Vierbeiner lieben wird, findest Du bei AniFit, zum Beispiel EASY Barf wird liebend gerne bei Hunden auch als Leckerli genommen.

Aller Anfang beim Treibball ist nicht schwer

Zu Beginn führst Du Deinen Vierbeiner an der Schleppleine samt Brustgeschirr durch die Übungen. Merkst Du, dass Dein bester Freund mit Treibball vertraut ist und Dir seine Aufmerksamkeit schenkt, kannst Du ihn von der Leine lassen. Es ist wichtig, dass Deine Fellnase Respekt vor den Bällen hat und sanft mit ihnen umgeht. Laufe daher am Anfang gemeinsam mit dem Hund durch die Gymnastikbälle. Verhindere, dass Dein Vierbeiner sie anstupst. Überlege und trainiere dafür im Vorfeld ein Abbruchsignal – es kann sich hier um ein Wort oder eine Geste handeln. So kann sich Dein bester Freund in Ruhe mit den Bällen vertraut machen.
 
Danach bringst Du den Hund zum Liegen und rollst die Bälle selbständig. Dazu bewegst Du sie mit dem Handrücken unten am Boden. Das Ziel besteht darin, dass Dein Vierbeiner sich diese Bewegung abschaut und sie später imitiert. Auf keinen Fall darfst Du die Spielgeräte oben anfassen. Denn hier könnte Deine Fellnase auf die Idee kommen, auch seine Pfote zum Treiben des Balls zu verwenden – auf diese Weise können Risse am Objekt entstehen. Bei dieser Übung trainierst Du auch die Selbstbeherrschung des Tiers. Für Treibball ist die Impulskontrolle aber sehr wichtig. Aus diesem Grund musst Du die Geduld Deines Vierbeiners entsprechend belohnen.

Wie geht es weiter?

Beherrscht Dein Vierbeiner die oben beschriebenen Schritte, dann kannst Du den ersten Ballkontakt herstellen. Dafür musst Du die Trainingsbälle im Vorfeld gut aufpumpen. So stellst Du sicher, dass Dein Vierbeiner sie gut anstupsen kann. Außerdem fällt es Deiner Fellnase dann schwer, sich in den Ball zu verbeißen. Das Kennenlernen sollte schrittweise stattfinden. Setze Deinen Hund nicht unter Druck. Denn die Größe der Gymnastikbälle wirkt auf viele Hunde abschreckend. Auch die Geräusche, die beim Anstupsen entstehen, wirken oft einschüchternd. Zu Beginn führst Du Deinen Vierbeiner an der Leine. Nähert er sich einem Ball, zeigst Du ihm, wo und wie er diesen anstupsen darf.
 
Versucht Deine Fellnase anstatt dessen, sich in ihm zu verbeißen, musst Du diesen Impuls sofort unterbinden. Auch eine kurze Unterbrechung des Spiels ist in diesem Fall angebracht. Setze Dich dafür einfach auf den Ball. Ohne eine deutliche Anweisung von Dir, darf der Hund den Ball nicht anstupsen. Fürchtet sich Dein Vierbeiner, kannst Du ihm die Disziplin mit ein paar Tricks näher bringen. Nimm dafür einen leeren Autoreifen her, lege ihn auf den Boden und verstecke in der Öffnung einen Dummy. Nun rollst Du den Ball darauf. Will der Hund an seine Belohnung, muss er ihn wegschieben. So hat Deine Fellnase ihr erstes Erfolgserlebnis und verbindet fortan positive Emotionen mit dem Trainingsball.
 
Hund beim Tierarzt
Vergiss bitte nicht, dass Dein Hund für Treibball fit und gesund sein sollte. Lasse ihn regelmäßig untersuchen.
Bildnachweis: Depositphotos.com Veterinarian examining a cute dog @ Wavebreakmedia
 

Übung macht den Meister

Bei den ersten Versuchen wird Deine Fellnase nicht dazu imstande sein, mit ihrer Schnauze die Richtung des Balls zu steuern. Daher solltest Du ihm eine Gasse bauen. Sie weist dem Vierbeiner nicht nur den Weg, sondern beschert ihm gleichzeitig ein Erfolgserlebnis. Der Hund wird dadurch dazu motiviert, sein Geschick bei Treibball zu steigern. Geht es um das Erlernen der richtigen Technik, handelt es sich hierbei um eine Gratwanderung für Mensch und Tier. Einerseits musst Du der Fellnase die Möglichkeit geben, ihr Geschick auf eigene Faust zu verbessern. Andererseits musst Du sie gleichzeitig anleiten. Gegebenenfalls solltest Du sogar eingreifen. Auf diese Weise vermeidest Du frustrierende Erlebnisse.
 
Bleibt der Treibball beispielsweise in einer Ecke stecken, kann der Hund ihn nicht ohne Deine Hilfe befreien. Vor allem zu Beginn musst Du einfühlsam und geduldig sein. Es handelt sich hierbei um eine empfindliche Phase, die viel Zeit und Mühen in Anspruch nimmt. Darum solltest Dich vor allem als Anfänger an einen Trainer wenden. Er ist dazu imstande, ein etwaiges Fehlverhalten von Hund sowie Mensch zu erkennen. So sorgt er dafür, dass sich keine falschen Trainingsmuster einschleichen. Mit der Unterstützung einer Fachkraft stellst Du sicher, dass Treibball Spaß macht und Deinem Vierbeiner etliche Erfolgserlebnisse beschert.
 

Mit diesen Herausforderungen ist zu rechnen

Zu Beginn musst Du eine längere Eingewöhnungsphase in Kauf nehmen. Je nach Charakter des Tiers, kann es einige Wochen dauern, bis das Anstupsen der Bälle mit der Nase klappt. Bei älteren Vierbeinern solltest Du in Kauf nehmen, dass ein dynamisches Trainieren mitunter nicht mehr möglich ist. Orientiere Dich diesbezüglich am besten an Deiner Fellnase und den Anweisungen des Trainers und halte Dich an die Anweisungen des Tierarztes.
 
Ist Dein Hund hingegen noch sehr jung, wird er wahrscheinlich eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben. Vor allem im ersten Lebensjahr sind Tiere verspielt und brauchen viel Abwechslung. In diesem Fall ist viel Geduld gefragt. Überfordere Deine Fellnase nicht und belohne sie bei Gehorsam ausgiebig. So hat sie zu Treibball eine positive Assoziation und wird Dir bei den Übungen auch in Zukunft Gehorsam schenken. Berücksichtigst Du beim Training diese Aspekte, wirst Du mit Deinem Vierbeiner sehr viel Spaß haben. Damit Dein Hund lange vital bleibt, empfiehlt es sich, ihm hochwertige Nahrung zu verabreichen. Gute Ergebnisse erzielt unter anderem getreidefreies Futter.

So findest Du einen guten Treibball Trainer

Wende Dich nicht an die erstbeste Fachkraft, wenn Du mit Deinem Vierbeiner Treibball erlernen willst. Es ist wichtig, dass der Trainer erfahren ist und über eine entsprechende Ausbildung verfügt. Lasse Dir im Zweifelsfall seine Referenzen zeigen. Willst Du Treibball in einer Hundeschule erlernen, kontaktiere mehrere Institutionen und nimm dort ein unverbindliches Beratungsgespräch in Anspruch. So erkennst Du schnell, ob das Personal auf Deine Fragen eingeht. Es ist essenziell, dass Du Dich bereits beim Erstkontakt gut aufgehoben fühlst. Auf keinen Fall darfst Du Deine Entscheidung alleine von den Kosten abhängig machen. Es ist viel wichtiger, dass die Qualität der Betreuung stimmt. Willst Du diesbezüglich auf Nummer sicher gehen, dann mache Dich mit den Erfahrungen ehemaliger Kunden vertraut. Ausführliche Informationen findest Du oft in einschlägigen Foren.

Wann ist ein Tierarzt zu konsultieren?

Im Idealfall suchst Du schon bevor Du Dich mit Deinem Vierbeiner an die neue Sportart heranwagst, einen Tierarzt auf. Nur er kann beurteilen, ob körperliche Mängel vorliegen, die eine besondere Vorsicht erfordern. Dieser Schritt ist vor allem bei betagten Hunden essenziell. Treibball stellt zwar eine Disziplin dar, die sich an die Bedürfnisse des Tiers anpassen lässt, doch trotzdem ist Vorsicht besser als Nachsicht. Um einen Arztbesuch kommst Du auch dann nicht herum, wenn Deine Fellnase nach einer Trainingseinheit starke Erschöpfungssymptome zeigt. In diesem Fall musst Du abklären lassen, ob eine Kreislaufschwäche vorliegt. Es ist dabei wichtig, dass Du schnell handelst, da die Abgeschlagenheit auch ernste Ursachen haben kann. Unterstützen kannst Du aber auch schon vorher, in dem Du das Immunsystem Deines Hundes stärkst.
 
Hilfreich beim Tierarztbesuch ist das Medical Training. Lies in unserem Bericht alles darüber.

Fazit Treiball

Treibball ist eine Sportart, welche die Zusammenarbeit und damit das Vertrauen zwischen Dir und Deinem Vierbeiner fördert. Der große Vorteil des Disziplin ist, dass sie sich für Hunde jeden Alters und jeder Rasse eignet. Denn Treibball lässt sich an die Bedürfnisse der Teilnehmer anpassen. Zu Beginn musst Du viel Zeit und Mühen investieren, um Deiner Fellnase die Sportart näher zu bringen. Um Frust bei Mensch und Tier zu vermeiden, solltest Du Dir Unterstützung von einem Trainer holen. Mittlerweile wird Treibball in vielen Hundeschulen in Deutschland angeboten. Dabei darfst Du Dich aber nicht für das erstbeste Institut entscheiden. Idealerweise vergleichst Du mehrere Einrichtungen miteinander. Außerdem kann es sich lohnen, im Vorfeld ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. So merkst Du schnell, ob Du Dich bei einem bestimmten Trainer gut aufgehoben fühlst.

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