Trockenfutter

Trockenfutter
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Futtersorten gibt es im Handel so viele wie Sand am Meer. Doch für welches sollte man sich entscheiden? Sicher ist, dass die Nahrung des Vierbeiners ausgewogen und gesund sein sollte – er sollte nach Möglichkeit mit allem versorgt werden, was er für ein langes und beschwerdefreies Hundeleben benötigt. In der Regel enthalten alle Sorten Trockenfutter, die als Alleinfuttermittel gekennzeichnet sind, sämtliche Inhaltsstoffe um Deinen Hund rundum zu versorgen. Dennoch gibt es Unterschiede in der Qualität.

Gutes Trockenfutter

Der Preis spielt vor allem beim Hundefutter eine wichtige Rolle. Auch wenn günstiges Trockenfutter die Versorgung Deines Hundes mit allen wichtigen Nährstoffen garantiert, kann die Qualität der enthaltenen Rohstoffe bei günstigsten Inhaltsstoffen nicht die beste sein. Ein weiterer Punkt ist, dass bei hochwertigem Trockenfutter häufig jene Zutaten gemieden werden, die in Verdacht stehen Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen auszulösen. Im Gegensatz zum Discounter Trockenfutter wird auch auf chemische Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe verzichtet. Es lohnt sich also, einen genaueren Blick auf die Verpackung und die jeweiligen Inhaltsstoffe zu werfen.

Die unterschiedlichen Herstellungsverfahren

1. Backverfahren

Das Backverfahren wird heutzutage kaum mehr angewandt, da es nur zur Herstellung von geringen Mengen Trockenfutter geeignet ist. Sämtliche Zutaten werden allmählich zu einem glatten Teig vermischt und vorsichtig erhitzt.
Der Vorteil vom Backverfahren liegt in seiner schonenden Zubereitungsart. Nahezu alle Nährstoffe bleiben erhalten und führen so zu einem qualitativ sehr hohen Trockenfutter, dessen Nährstoffgehalt nicht besser sein könnte. Die harte Konsistenz regt zudem die Kaumuskulatur an und sorgt ganz nebenbei für etwas Zahnpflege.
Auch wenn es nur wenige Hersteller für Trockenfutter mit Backverfahren gibt – Hundekekse werden oft mittels Backverfahren hergestellt und erfreuen sich daher großer Beliebtheit.

2. Extrudation

Extrudieren ist das gängige Herstellungsverfahren, wenn es um die Massenproduktion von handelsüblichem Futter geht. Mit der Hilfe von Wasserdampf, Druck und äußerst hohen Temperaturen werden sämtliche Bestandteile des Hundefutters aufgeschlossen, wodurch ein Nahrungsbrei entsteht – das Extrudat. Das Extrudat wird nun nur noch durch eine Düse in die jeweilige Form gebracht und in Trocknungsanlagen getrocknet. Durch die ausgesprochen hohen Temperaturen ist die Besiedlung durch Keime nahezu ausgeschlossen. Leider hat die Extrudation aber auch den Nachteil, dass diverse Nährstoffe zerfallen und dem Hund nicht mehr zur Verfügung stehen.

3. Kaltgepresstes Futter

Beim kaltgepressten Trockenfutter werden die enthaltenen Rohstoffe zuerst zerkleinert und letztlich getrocknet. Durch einwirkenden Druck entsteht dabei ein Nahrungsbrei, der sich in die jeweilige Form pressen lässt. Bei den dabei entstehenden Temperaturen von etwa 40 bis 80 Grad Celsius, bleiben nahezu alle Nährstoffe in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Kaltgepresstes Trockenfutter ist in der Regel äußerst nährstoffreich, allerdings meist nicht zu lange haltbar, da das Risiko einer bakteriellen Besiedlung durch die geringe Erhitzung deutlich höher ist.

Da jedes Verfahren seine eigenen Vor- und Nachteile hat, kann man keine klare Empfehlung aussprechen, bei welchem Herstellungsverfahren es sich um das beste handelt. Aufwand und Kosten müssen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen und außerdem sollte es Deinem Hund ja auch schmecken und gut vertragen werden.

Vorteile Trockenfutter

Da Trockenfutter eine weitaus höhere Energiedichte als Nassfutter besitzt, muss Dein Hund auch weit weniger Futter aufnehmen um satt zu werden. Das wiederum hat zum Vorteil, dass Trockenfutter die günstigere Alternative sein kann. Für manchen spielt eventuell auch die Hygiene eine wichtige Rolle – Trockenfutter lässt sich einfacher verfüttern, klebrige Reste neben dem Napf gehören damit der Vergangenheit an.
Auch wenn es zur alleinigen Zahnfleischpflege Deines Hundes nicht ausreicht, hat die harte Konsistenz den schöne Nebeneffekt, dass es die Zähne auf mechanische Art reinigt. Auch bei der Lagerung hat Trockenfutter entscheidende Vorteile. Es nimmt deutlich weniger Platz weg als Frischfutter oder Nassfutter in Dosen. Trockenfutter lässt sich gut geschützt in Futtertonnen in größeren Mengen aufbewahren. Die Portionierung erfolgt ebenso problemlos.

Die Inhaltsstoffe

Ein ausgewogenes Trockenfutter sollte bestimmte Richtwerte an Nährstoffen und Vitaminen besitzen, um Deinen Hund mit allem Nötigen zu versorgen.
Für Vitamine und Mineralstoffe gelten folgende Trockenfutter Zusatzstoff Empfehlungen pro 100 g Trockenfutter

Kalzium: 0,8 – 1,2 g
Natrium: 0,4 – 0,6 g
Phosphor: 0,6 – 0,9 g
Vitamin A: 850 – 1700 IE
Vitamin E: 8 mg
Vitamin D: 85 – 170 IE

Zu wenig Vitamine und Mineralien sind übrigens ähnlich schädlich wie zu viele. Vor allem Besitzer von Welpen müssen bei Trockenfutter genau auf die Zusammensetzung achten.

Die Reihenfolge der Zutaten lässt Rückschlüsse auf deren mengenmäßige Verteilung zu, denn sie müssen in absteigender Menge genannt werden. Ist die Deklaration der Inhaltsstoffe zu schwammig – wird also beispielsweise schlicht „Getreide“ statt der jeweiligen Sorte genannt, sollte man besser Abstand nehmen. Hochwertiges Trockenfutter, muss beim deklarieren nichts verbergen.

Was kann zusätzlich gegeben werden?

  • hochwertige Öle wie beispielsweise Sonnenblumenöl, Distelöl oder Leinöl
  • Milchprodukte wie Hüttenkäse, Naturjoghurt oder Magerquark liefern wertvolle Proteine, werden aber nicht von allen Hunden gleichermaßen vertragen
  • Naturprodukte zum knabbern sind eine tolle Abwechslung. Dafür bietet sich beispielsweise getrocknetes Fleisch, Ochsenziemer oder andere Trockenprodukte an
  • auch Obst und Gemüse, am besten püriert, sind für Deinen Hund eine zusätzliche Portion Vitamine – vergiss das Öl nicht, damit die fettlöslichen Vitamine verwertet werden können

Trockenfutter für den Welpen

Welpenfutter spielt eine gesonderte Rolle bei Hunden. Für ein optimales Wachstum ist es wichtig, dass das Calcium-Phosphor-Verhältnis in der richtigen Relation steht. Für Welpen wäre das ein Verhältnis von 1,5 – 1 (Calcium-Phosphor). Anderenfalls kann es schnell zu Übergewicht kommen, was äußerst ungesund für den noch sehr jungen Hund ist. Es kann bleibende Schäden an Bändern, Sehnen und Knochen hinterlassen.